
SUPERCHARGER: Handgrenade Blues

(VME/ Twilight) Supercharger haben auf wohl ungewollte Weise ein interessantes Album abgeliefert. Denn „Handgrenade Blues“ ist Wasser auf die Mühlen all derjenigen, die behaupten, die Rockmusik sei tot. Und das, hier wird’s interessant, obwohl man diesem Album beileibe nicht fehlende Energie und Nachdruck absprechen kann. Nur handelt es sich um exakt die Energie, die schon vor 25 Jahren Halbstarke mit Minderwertigkeitskomplex zum Pogen in der Dorfdisko animiert hat. Es ist ja absolut kein Problem, wenn Bands innerhalb einer gewissen Tradition operieren, läuft es aber darauf hinaus, dass Vorhandenes eins zu eins kopiert wird, ich denke da an Backyard Babies und Guns´n´Roses, vermixt mit Alternative-standarts, ist das der Bankrott jedes kreativen Ansatzes innerhalb der Musik. So verkommt dann das Klangerzeugnis zum Produkt, es ist scheiß egal von wem es kommt, Hauptsache es liefert die gewollte Wirkung. Ein Album als die bevorzugte Packung Cornflakes oder die favorisierte Marke Zigaretten. Gerne würde ich über einzelne Songs schreiben aber ehrlich gesagt geben diese das nicht her, nichts, was besonders und gesondert erwähnenswert wäre. Klar, es gibt Variationen innerhalb der einzelnen Lieder, jedoch sind dies samt und sonders Variationen, die so bereits von etlichen Bands erforscht worden sind. So ist „Handgrenade Blues“ dann auch ein Exempel in routiniert Runtergespieltem aus dem Bestand des Rock-Archivs.
Info: www.myspace.com/wearesupercharger
Martin Makolies








