
THE ROOVERS: A Sweet Invitation To A Romantic Massacre

(Fast Lane Records) Hat man sich der Sorte Musik verschrieben, wie es The Roovers aus Berlin tun, Schweineorgel getränkter Roadmovie Hardrock, kommt es in erster Linie nicht auf die eigentlichen Songs an, dieses Feld wurde in den letzten 40 Jahren ausführlich beackert, sondern auf die Atmosphäre und die Intensität.
Und da machen The Roovers alles richtig. Dies geht schon bei der unheilvoll auflodernden Messerstecherei im eröffnenden Titelsong des Albums los. Das ist 12 Uhr Mittags in der Hot Rod Version. Die Songs auf „A sweet…“ strahlen durchgängig eine gefährliche Unberechenbarkeit aus, der Hörer ist Passagier auf einem führerlosen Zug. Das Gefühl der unkontrollierbaren Bewegung ist ein Grundbestandteil dieser mitunter ausufernden Schussfahrten, immer dabei, im Kopf das Bild der vorbeiziehenden Einöde. Markanter Eckpeiler dabei ist die grob geschmirgelte Stimme von Sänger Richard Lehmann, in ihrer gehetzten Angeschlagenheit erinnert sie an Eddie Vedder in Pearl Jams Endzeit Achterbahnfahrt „Do the Evolution“. Das passt in diesem Kontext wunderbar, Songs, die mit voller Kraft auf ihren drohenden Untergang zusteuern, brauchen einen psychotisch lebensmüden Kopf an der Spitze. Es ist schon beeindruckend, wie eine Band aus Berlin, über das akustische Erzeugen einer Wüstenlandschaft, Ausweglosigkeit und Isolation in unmittelbarer und glaubwürdiger Form rüber bringt und dabei immer in Bewegung bleibt. Das Tier sitzt in der Falle.
Info: www.myspace.com/roovers
(Martin Makolies)








