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11.08.2010

MARIE FISKER: The Ghost of Love

MARIE FISKER: The Ghost of Love

(Maryvine Records/Cargo) Marie Fisker ist eine Füchsin. Da wiegt sie den Hörer zwei Songs lang in Country gestreichelter Sicherheit, man ahnt nichts Böses. Zugegeben, bereits hier dämmert es, die Nacht klopft ans Fenster, der Wind heult, aber dennoch: man ist sicher im Inneren eines alten Farmhauses.

Unbehaglich, mit Schwere beladen ist die Stimme dieser Sängerin aus Dänemark, müde vom auf und ab der Liebe. Und es wird dunkler. Denn bei „Hold on this for a While“ gesellt sich zu den Country und Blues Arrangements eine nervöse Gitarre dazu, die von nun an einen Großteil der Songs in die Nähe von Velvet Underground und damit das ganze Album ein Stück weit in Richtung pathologischer Besessenheit und Wahnsinn treibt. Fisker fiebert, nur oberflächlich bleibt sie gelassen, Gewalt liegt in der Luft, Abrechnung. Man sollte spätestens hier nicht mehr nach lieblichen Melodien suchen, das ist eine kraftvolle Angelegenheit im Stile eines Mark Lanegan. Die Songs schleppen sich angeschossen dahin aber ihr wisst ja wie das ist mit verletzten Tieren. Nur oberflächlich besänftigend ist da „A little Light lit“, eher eine traurige Einkehr, ein kurzes Besinnen, bevor „My Love my Honey“ und „Devil Tear“ wieder in rostige Untiefen absteigen. Inzwischen hat sich auch das Schlagzeug von Velvet Underground dazu gesellt. Der zuerst genannte Song führt den langsamen, entschlossenen Tanz einer schwarzen Witwe um ihr Opfer auf. „Devil Tear“ ist dann ein pulsierender Blues, eiskalt an der Oberfläche, darunter kocht es aber. Einen kurzen Moment hat man in diesem Song das Gefühl, Fisker lasse ein wenig Zerbrechlichkeit zu, doch dann werden die Zügel wieder angezogen. Beunruhigendes Highlight und mächtiger Abschluss dieses latent in der Schieflage befindlichen Albums ist „Good till Now“, welches sich zu einer gegenseitigen Abrechnung mit Gastsänger Steen Jorgensen steigert, die keine Gewinner kennt. Die Gitarre sägt, das Schlagzeug poltert, die Orgel irgendwo im Hintergrund verloren gegangen, es werden Narben bleiben auf einst lächelnden Gesichtern.

Info: www.myspace.com/mariefisker

(Martin Makolies)


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