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24.11.2009

THE TOKYO DIARIES

Life, Love, Regret. Ob UNBROKEN David Schumann dazu inspiriert haben, sein Leben so zu führen, wie er es in “The Tokyo Diaries” beschreibt, weiß wohl nur er selbst, aber denkbar wäre es.

Von einem, der auszog, sein Herz zu verlieren (und seine Leber zu vergiften), könnte der Untertitel des tagebuchartigen Romans auch lauten, denn was David Schumann auf den knapp 300 Seiten seiner ersten Veröffentlichung erzählt, ist eine Art wilder Odyssee durch japanische Kneipen und Betten. Von dem festen Willen getrieben, einen Ort oder einen Menschen zu finden, der Heimat bedeutet und endlich das Leben zu führen, das er sich in Köln vergeblich wünscht, geht er Anfang 2005 mit einem Stipendium nach Tokyo und hält seine Erlebnisse für die zurückgelassenen Freunde schriftlich fest. Dort angekommen und zunächst konfrontiert mit seinen beiden schlimmsten Feinden - sich selbst und der Einsamkeit - fallen die ersten Nachrichten entsprechend melancholisch aus. Nur langsam findet er Anschluss und fasst Fuß in der fremden Kultur. Doch egal wie frustrierend seine ersten Erfahrungen auch ablaufen, er verliert niemals den Glauben und die Hoffnung. Jeden Rückschlag mehr oder weniger tapfer einsteckend, macht er weiter und wird schließlich dafür belohnt. Er beginnt, in Bands zu spielen, die Jobs fliegen ihm nur noch so zu und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wird er auf der Straße als Model entdeckt. Wie bitte?! Ja, genau. Der schlacksige Europäer mit den vielen Tätowierungen und der zerschlissenen Kleidung wird ab diesem Zeitpunkt zur lebenden Kleiderstange für die großen und kleinen Namen im Modegeschäft. Designer, Stylisten, Fotografen und Agenten sorgen von nun an für den richtigen Look und die Bezahlung. Und auch der letzte Fluch wird gebrochen, die Frauen öffnen David Tür und Muschi. Making come true his modest impossible dreams.

Aber weil das hier eben kein verfickter Roman, sondern eine wahre Geschichte ist, gibt es auch kein Happy End, denn auch verlängerte Stipendien laufen irgendwann aus und so muss David Schumann 2007 Abschied von Tokyo, seinen Freunden und dem großen Glück nehmen und nach Köln zurückkehren, um an der Uni seinen Abschluss zu machen. Somit endet „The Tokyo Diaries“ nach unzähligen irrwitzigen Einträgen so betrüblich, wie es begonnen hat und lässt den Leser mit dem Wunsch zurück, jemand möge dem bierbäuchigen Model den nächsten Flug bezahlen und damit sicherstellen, dass bald The Tokyo Diaries, Teil 2“ erscheint.

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(Danni Kann)


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